Binäre Range Optionen

Binäre Range Optionen sind eine von mehreren möglichen Optionsarten Binärer Optionen, bei denen der Trader einen Gewinn realisiert, wenn der Kurs in einer vorab definierten Range verbleibt. Innerhalb dieser Range kann er steigen oder fallen, er darf nur weder nach oben noch nach unten bestimmte Preisgrenzen berühren. Damit stellen Binäre Range Optionen das spekulative Gegenteil von Binären Touch Optionen dar, bei denen es gerade darum geht, dass der Kurs bestimmte Preisgrenzen berührt. Die Anbieter Binärer Range Optionen haben sich hierzu zwei entgegengesetzte Modelle einfallen lassen, bei denen es zwar jeweils um eine Range (einen definierten Preisbereich zwischen einem oberen und einem unteren Kurs geht), jedoch im einen Fall der Kurs für den Gewinn der Binären Range Option innerhalb der Preisspanne schließen muss (Binäre In-Option), im entgegengesetzten Fall außerhalb der Range (Binäre Out-Option). Die Spekulation auf eines der beiden Szenarien stellt wiederum (wie bei den Binären Touch Optionen) eine Spekulation auf eine bestimmte Volatilität dar. Der Trader muss also überlegen, wie sehr der Kurs schwanken könnte.

Technischer Hintergrund des Handels mit Binären Range Optionen

Die Binäre Range Option, oft Boundary Option genannt, bildet eine Optionsstrategie nach, die es bei klassischen Optionsscheinen in Form von Straddles oder Strangles gibt. Dieser Vergleich ist nun für Trader interessant, die schon seit Jahren praktisch handeln und mit den entsprechenden Strategien vertraut sind. Bei einem Straddle oder einem Strangle (die sich im Konzept geringfügig unterscheiden) werden jeweils eine Call- und eine Put-Option gekauft, wobei der Trader darauf spekuliert, dass der Kurs sich mit einer bestimmten Volatilität in eine Richtung bewegt, dabei eine Option gewinnt und die andere verliert, der Gewinn jedoch höher ausfällt. Das hängt damit zusammen, dass klassische Optionsscheine auch volatilitätsabhängig sehr viel teurer oder billiger werden. Hierbei gibt es regelmäßig zwei Probleme:

  • 1. Die Volatilität kann nicht vorhergesagt werden. Die Spekulation darauf ist so schwierig wie die Spekulation auf einen steigenden oder fallenden Kurs.
  • 2. Wie sich genau der Preis einer einzelnen Option in einem bestimmten Szenario entwickeln wird, ist sehr schwer zu berechnen. Es existieren hierzu verschiedene Kennzahlen (die sogenannten “Griechen”), mit denen kaum ein privater Trader wirklich etwas anfangen kann. Zudem ist unter Experten umstritten, ob die Preisbildung eines klassischen Optionsscheines marktgerecht abläuft.

Der zweite Punkt erscheint prekärer, weshalb aus der privaten Traderszene kaum jemand bekannt ist, der regelmäßig Straddles oder Strangles bucht. Inwieweit große Traderbüros mit Expert Advisors (Tradingrobotern) solche Strategien anwenden, weiß niemand, es wird nicht publiziert. Aus der Diskussion in Tradingblogs sind Straddles und Strangles in den letzten Jahren (seit etwa 2007) zunehmend verschwunden.

Die Binäre Range Option nimmt nun dieses an sich bestechende Modell wieder auf und vereinfacht es auf drastische Weise, dazu noch marktgerecht. Denn die Preisentwicklung einer Binären Option erfolgt – wie bei CFDs oder Knock-outs – in einer 1:1-Relation mit dem Underlying, dem zugrunde liegenden Basiswert. Das ist bei klassischen Optionsscheinen ausdrücklich nicht der Fall, sie unterliegen einem Zeitwertverfall (werden also gegen Ende der Laufzeit automatisch billiger, und zwar exponentiell), zudem ist ihr Preis volatilitätsabhängig, worauf ja gerade Straddles und Strangles spekulieren. Die Berechnung des Einflusses der Volatilität (und des Zeitverlaufs) auf den Preis ist nur unglaublich schwierig.

(Einwurf für Experten: Mit den zeit- und volatilitätsunabhängigen CFDs und Knock-outs kann natürlich kein Straddle oder Strangle gebildet werden, da ja Gewinne und Verluste jeweils gleich ausfallen. Es könnte höchstens darauf spekuliert werden, dass sich die Kurse irgendwann “kreuzen” [Revelatorprinzip], das erweist sich im praktischen Handel aber als schwer handhabbar. Es gab hierzu Versuche eines großen deutschen Tradingservices ab 2005, die ab 2008 aufgegeben wurden, trotz zeitweiliger Gewinne.)

Wenn der Trader nun eine Binäre Range Option bucht, lässt er all die komplexen Berechnungen weg und überlegt nur: Wird der Kurs innerhalb oder außerhalb einer Preisgrenze schließen? Weiterer Berechnungen bedarf es nicht, und das stellt eine unglaubliche Erleichterung dar.

Praktischer Handel mit Binären Range Optionen

Sie entscheiden sich als Traderin/Trader für eine Preisspanne, von der Sie glauben, dass der Kurs in dieser Preisspanne oder außerhalb dieser Preisspanne schließen wird, wenn Ihre Binäre Range Option ausläuft. Damit müssen Sie je nach Laufzeit der Binären Range Option innerhalb eines bestimmten Zeitraums spekulieren, hier empfehlen sich bestenfalls 24 Stunden. Natürlich laufen Binäre Range Optionen auch länger, doch Preisspannen wechseln in den Märkten aktuell (seit etwa 2010) häufig innerhalb von zwei bis drei Tagen, und dann sehr stark. Es entstehen Overnight-Gaps (Lücken) in beide Richtungen, und diese würden ja gerade der Intention Ihrer Binären Range In-Option zuwiderlaufen, einer Out-Option aber entgegenkommen. Andererseits sind gerade bei Werten wie dem Dax, aber auch bei Währungen wie dem Cable (Britisches Pfund gegen Dollar), beim Öl und teilweise sogar beim Gold viele einzelne Tage zu beobachten, bei denen der Kurs genau in einer Range verläuft. Der Dax erscheint aktuell (Dezember 2012) geradezu prädestiniert für eine Binäre In-Option. Sollte Sie glauben, dass der Kurs eine bestimmte Range heute nicht verlässt – ein Umstand, der Trader sonst sehr nervt -, dann buchen Sie diese Option.
Sollten Sie hingegen glauben, dass der Kurs die Range gerade verlässt, sollten Sie gar nach ein bis zwei Tagen enger Ranges auf ein Overnight-Gap spekulieren, dann buchen Sie die Binäre Out-Option. Damit ließe sich am Ende eines Handelstages, der in einer Range verlaufen ist, auf das Gap am nächsten Morgen spekulieren, das zu einem neuen Preisbereich führt. Der ideale Zeitpunkt zum Buchen könnte der Nachmittag ab Eröffnung der US-Börse sein (New York 15.30 h deutscher Winterzeit), ab diesem Zeitpunkt könnte etwa der Dax eine Range verlassen, in ihr verbleiben und/oder gleichzeitig ein Overnight-Gap vollziehen, das zu einem neuen, bis 15.30 h des Folgetages anhaltenden Preisbereich führt.

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