Abzocke beim Immobilienkauf

Mit dem Kauf einer Gebrauchtimmobilie erfüllen sich viele Singles, Paare und Familien einen Lebenstraum. Da es sich hierbei um eine der wesentlichsten und größten Investitionen handelt, sollte man vor der Unterzeichnung eines Kaufvertrags potentielle Fallstricke beachten, um nicht Opfer eine vermeintlichen Abzocke beim Immobilienkauf zu werden.

Auch ein Makler schützt nicht

Auch wenn eine Immobilie durch einen Immobilienmakler angeboten wird, so schützt dies nicht vor Enttäuschungen, die erst nach dem Kauf offensichtlich werden. Das hat einen einfachen Grund: Der Makler ist im Wesentlichen auf die Informationen angewiesen, die ihm durch die Verkäufer zugänglich gemacht werden. Zwar macht sich der Makler auch ein eigenes Bild vom Objekt, er ist aber nicht dazu verpflichtet, von sich aus gezielt nach Sachverhalten zu forschen, die den Wert einer Immobilie mindern. Es liegt also auch am Käufer, den Makler oder den Verkäufer nach Dingen zu fragen, die sich als wertmindernd herausstellen können.

Üblicherweise wird hierbei zwischen offensichtlichen und versteckten Mängeln unterschieden. Auch durch eine Festschreibung im Kaufvertrag, die in jedem Fall erfolgen sollte, ist der Verkäufer verpflichtet, dem Käufer offensichtliche Mängel am Kaufobjekt mitzuteilen. Tut er das nicht, so kann der Verkäufer in Regress genommen oder sogar der Kauf rückgängig gemacht werden.

Neuralgische Punkte beim Immobilienkauf

Besonders wichtig sind Schäden, die die Bausubstanz der Immobilie nachhaltig schädigen und/oder den Wert deutlich mindern beziehungsweise gravierende Sanierungs- und Renovierungsarbeiten erfordern.

Hierzu gehört mit Sicherheit eine Schimmelbildung durch Feuchtigkeit im Mauerwerk. In diesem Fall sind Immobilienkäufer besonders anfällig gegen Abzocke, denn Schimmelbildung kann vor einer Besichtigung recht unkompliziert kurzfristig durch Tapezieren oder Übermalen kaschiert werden. Den Verkäufer zu fragen, ob Probleme mit Feuchtigkeit bestehen, hilft bei einem böswilligen bisherigen Eigentümer nicht viel. Vielmehr sollten Sie spätestens bei einer letzten Begehung vor Unterzeichnung des Kaufvertrags einen Fachmann zu Rate ziehen, der eine Untersuchung auf Feuchtigkeit durchführt.

Selbst überprüfen können Sie die Abwasserleitungen einer Immobilie – fragen Sie einfach nach einer dokumentierten Dichtheitsprüfung. Ein solches Dokument ist gerade für ältere Gebrauchtimmobilien immens wichtig, stellen doch beispielsweise Abwasserleitungen aus Ton eine riesige Angriffsfläche für den sprichwörtlichen „Zahn der Zeit“ dar. Liegt keine Dichtheitsprüfung vor oder wurde diese vor längerer Zeit durchgeführt, so empfiehlt es sich durchaus, nochmals eine Prüfung zu beauftragen. Die Kosten hierfür sind im Verhältnis zu Kosten, die durch eine defekte Abwasserleitung entstehen können, als überaus niedrig einzustufen.

Auch das Dach der Immobilie sollte einer tiefer gehenden Inspektion zugeführt werden. Gerade bei Flachdächern können Schäden relativ einfach auf kurze Sicht vertuscht werden, beispielsweise durch sporadische Aufbringung von Bitumen. Ähnelt das Dach entsprechend eher einem Flickenteppich als einer sauber verlegten und gepflegten Fläche, so lohnt das konkrete Nachfragen beim Verkäufer oder die Einholung der Einschätzung eines Fachmanns.

Das sind nur einige Beispiele für Punkte, die vergleichsweise einfach von böswilligen Immobilienverkäufern, die auf eine maximale Rendite aus sind, vertuscht oder verschwiegen werden können, obwohl Mängel offensichtlich sind.

Es lohnt sich also, sich bei einer Besichtigung oder der weiteren Verhandlung mit den Verkäufern eine Checkliste besonders wichtiger Fragen zu machen, die akribisch abgearbeitet werden sollte. Besonders verdächtig sind hierbei ausweichende Antworten, das schnelle Abhaken oder die schlichte Weigerung des Verkäufers, auf bestimmte Punkte erschöpfend Auskunft zu geben.

Im Zweifelsfall sollten Sie Ihr Vorhaben punktuell durch entsprechende Fachleute für einzelne Gewerke oder generell durch Architekten beziehungsweise Gutachter begleiten lassen. Auch wenn dies bereits im Vorfeld Geld kostet, kann sich diese Investition als überaus wichtig erweisen. Nicht zuletzt reduzieren herausgefundene Mängel auch den Kaufpreis einer Immobilie.

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